Zum Wässern und FettenImmer wieder wird festgestellt, dass gerade in Hitzeperioden die Hufe Ausbrüche zeigen. Und immer noch hält sich hartnäckig der Mytos, man könne dem vorbeugen, indem man die Hufe wässere, also in Wasser eine gewisse Zeit bade, um ihnen Feuchtigkeit zuzuführen, um sie elastisch und geschmeidig zu halten. Und zur Krönung des Ganzen noch der clevere Tipp, nach dem Wässern die Hufe einzufetten, um die gequollenen Hufe vor Austrocknung zu schützen, also das Wasser durch das aufgetragene Fett quasi im Huf einzusperren. Das funktioniert nicht, wie folgendes kleines Experiment zeigt: |
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An diesem Huf wurde der Tragrand, bzw. die Hufwand sorgfältig mit der Zange um etwa 3mm in einem Stück gekürzt, also der abgetrennte Tragrand ist als 3mm dicke Hornscheibe aufbewahrt worden und steht für das Experiment zur Verfügung. |
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So sieht nun dieser 3mm dicke Tragrandabschnitt nach etwa 18 Stunden aus, wie nicht anders zu erwarten ist er ausgetrocknet und hat sich eingekringelt. Leider habe ich es versäumt den Tragrandabschnitt direkt nach dem Abtrennen zu fotografieren, aber er hat in seiner Form dem Huf entsprochen.
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Hmm� ich dachte, er wäre wieder in Form. Eine Stunde im Wasser... da muss doch mehr gequollen sein als hier zu sehen ist... geben wir ihm einfach noch ein wenig. |
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Zwei Stunden liegt diese Hornscheibe nun schon im Wasser. Aber man erkennt ja deutlich, wie sich der Tragrand auszurollen beginnt, also Feuchtigkeit aufnimmt und quillt. |
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Voller Hoffnung auf einen gequollenen Tragrand habe ich nach 3 Stunden ins Töpfchen geschaut, aber es sieht immer noch nicht so aus, als habe er den gleichen Feuchtigkeitsgrad, wie nach seiner Abtrennung vom Huf. Wir warten, und wir werden sehen. |
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Also, ich weiß ja nicht, wie ihr das seht, aber ich bin nach nunmehr 4 Stunden ein wenig enttäuscht. Ich wusste ja schon, dass Horn zwar quellen kann, aber ich wusste auch, dass das länger dauert, als einen Huf für 10min in Wasser zu stellen. Nun, ich habe heute morgen um 8Uhr die Hornscheibe ins Wasser gelegt. Ich habe Bürokram erledigt, eingekauft, meine Küche auf Fordermann gebracht, mich für den Nachmittag gestärkt, nun gehe ich Hufe schnitzen, ich schau einfach mal heute Abend wieder nach dem Tragrand, wie er sich gemacht hat. |
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Also, es ist jetzt 18:00 Uhr. Seit 10 Stunden liegt das Horn im Wasser, und hat immer noch nicht den gleichen Feuchtigkeitsgehalt, den es gehabt hat, als ich es vom Huf abgetrennt hatte. Ok, es wird abend und morgen. Morgen früh schaue ich wieder nach. |
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Hier nun breche ich den Versuch ab. 24 Stunden Wässern hat nicht ausgereicht, um Feuchtigkeit 1,5mm tief ins Horn eindringen zu lassen. Diese Scheibe ist 3mm dick, also 1,5mm von beiden Seiten eingedrungenes Wasser hätten dem Tragrand seine Form zurück geben müssen.
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Also ich halte Wässern für keine effektive Methode, einen Huf feucht und elastisch zu halten.
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Es ist 18.00 Uhr. Seit 10Stunden trocknet also dieses Hornstück auf meiner Fensterbank vor sich hin, und krümmt sich wieder zusammen, obwohl er sich anfühlt, wie eine alte, vor Fett triefende Pommes Frites. Ich gebe ihm 24Std, und schaue morgen früh wieder nach. |
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Nach 24Std. hat sich das Stück wieder genauso zusammengekringelt, wie vor dem Experiment. Das extreme Fetten hat das Horn nicht geschützt. Der Huf sieht wieder so aus, wie vor dem Experiment, wie vor 48 Stunden, bevor ich ihn ins Wasser gelegt habe. |
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Fazit:
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