Bearbeitungsbeispiele
Meine bis jetzt noch nicht ganz so umfangreiche Vorher- Nachhergalerie.
Und mit vorher-nachher ist nicht gemeint, vor der Bearbeitung und nach der Bearbeitung. Es ist klar, dass ein Huf immer direkt nach der Bearbeitung ordentlicher, gleichmäßiger, aufgeräumter und irgendwie schöner oder gefälliger wirkt. Nein, es ist viel mehr gemeint, dass das Vorher-Bild zu Beginn der huforthopädischen Betreuung des Hufes aufgenommen wurde, und das Nachher-Bild zu einem geeigneten Zeitpunkt einige Monate später den mittel- oder langfristigen Erfolg der Behandlung dokumentiert.
Einseitige Wanddeformation |
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Dies ist der rechte Hinterhuf eines 25 jährigen Ponys in Offenstallhaltung, aufgenommen im Februar 2007, deshalb mit Winterfell. Die äußere Hufhälfte zeigt auffällige Veränderungen. Die äußere Seitenwand ist verbogen und im unteren Bereich deutlich zu flach. Am Tragrand ist sie völlig weggebrochen. Durch die Verbiegung dieser Hufwand sind auf der äußeren Hufhälfte deutlich sichtbare Wülste entstanden, die sich auf der viel gleichmäßiger gestalteten inneren Hufhälfte nicht zeigen. |
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Der selbe Huf 3 Monate später, aufgenommen im Mai 2007 nach der Bearbeitung. Bei diesem äußerst dankbaren Huf ist es vergleichsweise rasch gelungen, die breite Hufhälfte wieder schlank zu bekommen. Natürlich ist er noch nicht perfekt, völlig symmetrisch wird er wohl auch nicht werden, und er wird immer die Tendenz zeigen, wieder aus der Form zu laufen, aber wir, die Besitzerin und ich, arbeiten dran. |
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Schiefer Hinterhuf |
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Der rechte Hinterhuf eines Warmblutwallachs mit beidseitig verformten Hufwänden im September 2006. Die äußere Hufwand ist übersteil, sie ist zwar gerade und gestreckt, wächst jedoch nach innen. Der Grund dafür ist, dass dieses Pferd diesen Huf sehr weit unter die Körpermitte unter den Schwerpunkt zu setzen versucht. Der Bewegungsablauf passt zu dieser Hufform. Die Frage war nun, ist die Hufform Ursache oder Symptom. |
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Acht Monate später, im Mai 2007, ist es gelungen diese Situation weitgehend zu entspannen. Noch immer ist der Huf schief, noch immer besteht Trachtenzwang, aber er ist auf dem Weg der Besserung. |
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Kronrandspalte |
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Durch stark untergeschobene Trachten und eine viel zu flache Stellung ist diese gezackt verlaufende Kronrandspalte im Trachtenbereich entstanden. |
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Nach acht Wochen ist zu sehen, dass sofort nach Abnahme des Beschlages und Beginn der huforthopädischen Behandlung der Huf wieder geschlossen herunter wächst. Auch ist der Huf steiler geworden, zudem wächst er vom Kronrand her steiler herunter, die Zehenwand ist vorübergehend durchgebogen noch hat dieser Huf hinter der Zehe eine verbreiterte Blättchenschicht. Zu dem Zeitpunkt an dem der Hornspalt herausgewachsen ist, wird die Zehe wieder gerade, und der Huf deutlich steiler sein. |
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04.05.07: untergeschobene Trachten |
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Der linke Hinterhuf eines 10jährigen deutschen Reitponys. Die Ballen haben Bodenkontakt. Die Hornröhrchen haben jedwede Parallelität aufgegeben und werden von vorne nach hinten zunehmend flacher. |
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Nach fünf Monaten sind die Trachten dabei sich aufzurichten. Der Ballen hat wieder einen halben Finger breit Luft zum Boden. |
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21.12.08: Tragrandhornspalt auf der Zehe |
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Dies ist Willow. Willow hat einen Tragrandhornspalt auf der Zehe. Dass das Hineinfeilen von Querrillen nichts bringt, ist unter Hufbearbeitern weitgehend bekannt, dennoch findet man häufig diese Querrillen. Ein befreundeter Schmied hat mir erzählt, dass er die dennoch in einigen Fällen anbringt, nicht weil er glaubt, dass die etwas bewirken, sondern weil der Kunde dann sieht, er habe an dem Spalt etwas gemacht. Also, nicht jeder, der eine Querrille anbringt, glaubt, dass sie hilft, sondern er macht es u.U. nur, um den Kunden zu beruhigen. Nun gut, einen Zweck erfüllen die Querrillen auf jeden Fall, sie geben eine Orientierung darüber, ob der Spalt weiter einreißt, oder gestoppt wurde. |
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Ein halbes Jahr später zeigt sich, dass mit der Arbeit an allen Problemen, die dieser Huf hat, auch der Hornspalt, als ein Symptom dieser Fehlbelastungen und Verformungen, zunehmend herauswächst und verschwindet. Mehr über Hornspalten auf dortiger Unterseite. |
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04.04.09: Verbogene Hufwände am Hinterhuf eines 23-jährigen Quarterhorse |
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Hier ist Jay, bzw. hier ist Jays linker Hinterhuf. Jay ist über 20 Jahre alt, wurde aus den Staaten importiert, nachdem er dort eine Turnier-Karriere durchlaufen hat. Mittlerweile ist er Cushing-Patient, aber die Behandlung schlägt gut an. Aber man betrachte sich diesen Huf. Der andere sah ähnlich aus, hat sich aber selbst geholfen, dieser nicht. |
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Hier nun dieser Huf fast zwei Jahre später. Einiges dauert eben, aber es geht. Glauben sie niemals ein "Das ist bei dem halt so..." oder ein "da kann mann nichts machen...". Man kann immer etwas machen, wie schnell das geht, und wie effektiv das ist, ist eine ganz andere Frage. Auf alle Fälle kann man eine ungünstige Entwicklung aufhalten und umkehren. |
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Verbogene Hufwände eines sog. Polnischen Wildpferdes |
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Das ist Feivel, bzw. sein linker Vorderhuf. Der ist eine echte Granate, was die Hufe angeht. Die wachsen so stark, dass man ihn auch unbeschlagen fahren könnte. Und die sind so hart und fest, dass ich mir fast wünschte, ich könnte mit einem Elektrohobel an die Hufe gehen, die Bearbeitung ist abartig, auch deshalb, weil der kleine Kerl vom Charakter eher ein Esel hätte werden sollen. Nun gut, was ist zu sehen? Ein Huf, groß wie von einem Warmblüter an der Zehe eines Ponys. Ferner ist zu erkennen, dass der Huf sich nach unten hin aufweitet, wie ein Grammophon-Trichter, medial stärker als lateral. Damit einhergehend eine Dehnung der Blättchenschicht in den entsprechenden Bereichen, die es zu beseitigen gilt. |
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Hier nun der selbe Huf nach einigen Monaten. Die Hufwände sind begradigt, nichts biegt sich mehr nach außen. Aber, oops, ich muss aufpassen. Die innere Hufwand trägt nun, und sie trägt so sehr, bzw. sie ist so stabil geworden, dass sie höher geworden ist als die äußere, und nun beginnt, den Huf auf die äußere Seite kippen zu lassen. Gesehen und erkannt, wird nun dem entgegengewirkt. Fortsetzung folgt. |
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Bis jetzt noch nichts wirklich spektakuläres, die Galerie wird aber fortgesetzt sobald es neue lohnende Fotos gibt. |